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Beschrieb / Gartenplan

Der Alpengarten Schynige Platte ist ein ganz besonderer Botanischer Garten. Als alpenweit erster und einer von ganz wenigen zeigt er die Pflanzen in ihren natürlichen Pflanzengesellschaften, und zwar möglichst alle Pflanzen, die in der Schweiz oberhalb der Waldgrenze vorkommen.
Hier können Sie sich auf bequemen Wegen und Weglein (ca. 1 km mit ca. 40 m Höhendifferenz) auf kleinstem Raum, ohne auf viele Gipfel steigen zu müssen, im Verlaufe des Sommers an ca. 650 Arten, d. h. ca. zwei Drittel der Schweizer Alpenflora, erfreuen. Sie können die Alpenpflanzen in Ruhe betrachten, fotografieren und an Hand der Etiketten kennen lernen.
Für den Alpengarten wurden im Jahr 1928 gut 8000 m2 Alpweide eingezäunt und dadurch aus der Jahrhunderte alten Bewirtschaftung herausgenommen. Die vielfältige Klein-Topographie in verschiedener Exposition führt zu einer grossen Mannigfaltigkeit an ökologischen Bedingungen und damit von Pflanzengesellschaften. Die grössten Flächenanteile nehmen die Blaugrashalde, die Rostseggenhalde und die Milchkrautweide ein, sie sind auch in der Umgebung am häufigsten. Diese wurden in kleinen Einpflanzungen angereichert durch Arten, die andernorts in der Schweiz in diesen Pflanzengesellschaften wachsen.

Der Eingang zum Alpengarten befindet sich unmittelbar neben der Bergstation der Schynige Platte Bahn. Er ist mit einem Rundgang in ca. 30 Minuten bis zu 4 Stunden (Hauptweg 420 m, mit Nebenwegen ca. 1 km) zu durchwandern, je nach Interesse des Besuchers. Auf Wunsch werden auch Führungen angeboten.

alpengarten pano

Blaugrashalde

Sehr blumen- und artenreiche Südhänge an der oberen Waldgrenze. Oft mit über 50 verschiedenen Pflanzenarten pro Quadratmeter, darunter ab und zu auch das Edelweiss.
Ökologie:
Südexponierte, steile Hänge über hartem Kalkgestein im Bereich der oberen Waldgrenze. Pflanzendecke nicht geschlossen, sondern mit groben Steinen durchsetzt. Oft etwas stufig, weil Blaugras und Horstsegge den Schutt stauen.
Verbreitung:
In den ganzen Schweizer Kalkalpen von etwas unter bis beträchtlich über der Waldgrenze.
Im Alpengarten:
An allen Südhängen, wo Kalk an die Oberfläche kommt, z. B. kurz nach dem Eingang.
Nutzung:
Kaum alpwirtschaftlich genutzt. Die Hänge sind zu steil und zu wenig produktiv für eine Nutzung durch Weidevieh. Hingegen weiden darin mehrere Wildarten.
Wichtige Arten deutsch:
Alpenaster, Bergdistel, Zottiges Habichtskraut, Alpen-Wundklee, Hufeisenklee, Hahnenfussartiges Hasenohr, Clusius Enzian, Edelweiss, Horstsegge, Vogelfuss-Segge, Blaugras, Dachhauswurz, Niedriger Schwingel, Felsen-Windhalm.
Wichtige Arten wissenschaftlich:
Aster alpinus, Carduus defloratus, Hieracium villosum, Anthyllis alpestris, Hippocrepis comosa, Bupleurum ranunculoides, Gentiana clusii, Leontopodium alpinum, Carex sempervirens, Carex ornithopoda, Sesleria caerulea, Sempervivum tectorum, Festuca quadriflora, Agrostis rupestris.

Blaugrashalde Leontopodium alpinum Blaugrashalde Aster alpinus
Leontopodium alpinum - Edelweiss Aster alpinus - Alpen Aster

Rostseggenhalde

Blumen- und artenreiche Wiese, steile, eher ost- und nordexponierte Hänge an der oberen Waldgrenze. Viele Blumen, oft aber versteckt unter den lang herabhängenden Blättern der Rostsegge und einiger Gräser.
Ökologie:
Über kalkhaltigem Gestein mit beigemischtem Ton, dadurch gute Wasserversorgung. Meist ebenfalls an Steilhängen wie die Blaugrashalde. Häufig in Nordexposition, an Stellen mit passender Gesteinsunterlage und teilweise Austritten von «Bergschweiss» auch südexponiert.
Verbreitung:
In den Schweizer Kalkalpen verbreitet, im Bereich der Waldgrenze.
Im Alpengarten:
Vor allem an den steilen Osthängen, z. B. zwischen den Felsköpfen oberhalb des Rückweges. Hier wird regelmässig gemäht, um die vielen Grasblätter zu entfernen.
Nutzung:
Oft als Wildheumähder genutzt. Die Bestände sind bei der guten Wasserversorgung und dem Tongehalt des Bodens produktiv, so dass sich die Mahd lohnte. Heute teils nur noch von Liebhabern gepflegt, deshalb Tendenz zum Rückgang und zur "Vergandung". Der Teppich von Grasblättern kann dabei als Rutschbahn für die Lawinen dienen, deren Häufigkeit also steigern. Anderseits ist es auch möglich, dass der Schnee an den Gräsern festfriert und bei genügend dicker Schicht mitsamt der Grasnarbe abrutscht.
Wichtige Arten deutsch:
Rostsegge, Blaugras, Knäuelgras, Rotschwingel, Gelber Enzian, Rotklee, Braunklee, Gletscherlinse, Süssklee, blattreiches Läusekraut, grosse Bibernelle, Berg-Pippau.
Wichtige Arten wissenschaftlich:
Carex ferruginea, Sesleria caerulea, Dactylis glomerata, Festuca rubra, Gentiana lutea, Trifolium pratense, Trifolium badium, Astragalus frigidus, Hedysarum hedysaroides, Pedicularis foliosa, Pimpinella major, Crepis bocconei, Pulsatilla alpina.

Rostseggenhalde Pusatilla alpina Rostseggenhalde Crepis bocconei
Pulsatilla alpina - Alpen Anemone Crepis bocconei - Berg Pippau

Milchkrautweide

Saftig grüne Weide auf schwach geneigten Hängen, mit vielen Grasarten und vielen Kräutern, zeitweise sehr blumenreich. Hier wächst das gute Futter der Alpweiden.
Ökologie:
Tiefgründiger, tonreicher Boden, die Pflanzen haben den ganzen Sommer über immer genügend Wasser zur Verfügung. Meist alljährliche Düngung mit Mist, ev. nur alle zwei Jahre. Auch ohne Düngung bleibt die typische Milchkrautweide über viele Jahre in ähnlicher Ausbildung erhalten.
Verbreitung:
In den ganzen Schweizer Alpen verbreitet, wenn der Boden feinerdereich ist. Eher in den flachen Teilen.
Im Alpengarten:
Die flacheren Partien weisen diese Gesellschaft auf. Die Mahd, die regelmässig vorgenommen wird, ersetzt die frühere Beweidung nicht ganz, die Pflanzen wachsen üppiger.
Nutzung:
Regelmässig intensiv durch Grossvieh beweidet. Wenn die Nutzung fehlt, wachsen mit der Zeit, nach vielen Jahren, Zwergsträucher und unterhalb der Waldgrenze sogar Bäume, die Weide verschwindet.
Wichtige Arten deutsch:
Alpenrispengras, Rotschwingel, Alpenlieschgras, behaartes Milchkraut, Goldpippau, stengelloser Enzian, Muttern, Krokus, Adelgras (Alpen-Wegerich), Mondraute.
Wichtige Arten wissenschaftlich:
Poa alpina, Festuca rubra, Phleum alpinum, Leontodon hispidus, Crepis aurea, Gentiana acaulis, Ligusticum mutellina, Crocus albiflorus, Plantago alpina, Botrychium lunaria.

 Milchkrautweide Liguticum mutellina  Milchkrautweide Crocus albiflorus
 Ligusticum mutellina - Muttern Crocus albiflorus - Crocus

Borstgrasweide

Weide an flachen Hängen, aus niedrigen Gräsern, mit mehreren bunt blühenden Kräutern. Schon früh im Sommer etwas vergilbter Aspekt, weil die Blattspitzen des Borstgrases, das die Weide dominiert, absterben.
Ökologie:
Auf saurem, übernutztem, nährstoffarmem Boden kommt das Borstgras zur Dominanz. Auf Granit, Gneis, Eisensandstein usw. sehr artenarme Bestände. Auf kalkhaltigem Gestein ist der Boden versauert und deshalb nährstoffarm. Hier teilweise sehr artenreiche Bestände.
Verbreitung:
In der artenreichen Ausbildung nur in den Kalkalpen und im Jura vorhanden, meist von den Alphütten entfernt. Auf kalkfreier Unterlage auch in den Zentralalpen.
Im Alpengarten:
Die Borstgrasweide ist jene Gesellschaft, die sich am stärksten verändert hat, seit das Weidevieh nicht mehr kommt. Die Vegetation hat sich stark in Richtung Milchkrautweide entwickelt. Alljährliches Beweiden mit Schafen hat noch nicht zu einer Regeneration geführt. Ausgangsvegetation für die Versuchsweide im Jahr 1930.
Nutzung:
Seit langem regelmässig von Gross- oder Kleinvieh beweidet, aber ohne Düngung. Fällt die Nutzung über lange Zeit aus, nehmen zunächst etwas anspruchsvollere Stauden, später Zwergsträucher überhand. Unter der Waldgrenze kann nach sehr langer Zeit (mehr als 50 Jahre) ein Wald entstehen.
Wichtige Arten deutsch:
Borstgras, Arnika, Berg-Nelkenwurz, Weisszunge, Langspornige Handwurz, Purpur-Enzian, stengelloser Enzian, Gold-Fingerkraut, Tormentill, Heidelbeere, Moorbeere, Heidekraut, bärtige Glockenblume.
Wichtige Arten wissenschaftlich:
Nardus stricta, Arnica montana, Geum montanum, Pseudorchis albida, Gymnadenia conopsea, Gentiana purpurea, Gentiana acaulis, Potentilla erecta, Potentilla aurea, Vaccinium myrtillus, Vaccinium gaultherioides, Calluna vulgaris, Campanula barbata.

Borstgrasweide Campanula barbata Borstgrasweide Arnica montana
Campanula barbata - Bärtige Glockenblume Arnica montana - Arnika

Windecke

Gratrücken, wo im Winter der Schnee nur kurze Zeit liegen bleibt. Trocknen im Sommer schnell aus. Je nach Gestein unterschiedliche Ausbildung, mit Grasartigen (Nacktried), Zwergsträuchern (Alpenazalee), und Flechtenarten. Teils erstaunlich artenreich.
Ökologie:
Meist flachgründige Böden mit angespannter Nährstoff- und Wasserversorgung. Die Feinerde wird von den heftigen Winden erodiert. Der wichtigste Faktor ist die kurze Zeit, während der die Bestände im Winter von Schnee bedeckt sind. Sie müssen also die tiefen Temperaturen ohne Isolation ertragen, ebenso die starke Verdunstung.
Verbreitung:
Nur oberhalb der Waldgrenze, in den ganzen Schweizer Alpen über allen Gesteinen möglich, in unterschiedlicher Ausbildung.
Im Alpengarten:
Nur eine kleine Fläche vorhanden, aber mit den typischen Arten für die Ausbildung über Kalkunterlage darin. Lage sehr typisch, über Felsabsturz hat sich kleine flache Partie gehalten.Nutzung:Alpwirtschaftlich nicht genutzt. Als Wildweide wichtig, besonders im Hochwinter, wenn sonst die ganze Landschaft von Schnee bedeckt ist.
Wichtige Arten deutsch:
über allen Gesteinen: Nacktried
über Kalk: Edelweiss, Pelzanemone, Mehlprimel, Faltenlilie
über Silikat: Alpenazalee, Moorbeere, Alpen-Margrite, verschiedene Windflechten.
Wichtige Arten wissenschaftlich:
über allen Gesteinen: Elyna myosuroides
über Kalk: Leontopodium alpinum, Pulsatilla vernalis, Primula farinosa, Lloydia serotina, Astrantia minor
über Silikat: Loiseleuria procumbens, Vaccinium gautherioides, Leucanthemopsis alpina, Flechten (Cetraria ericetorum, C. cucullata u .a.).

Windeck Astrantia minor Windeck Pulsatilla vernalis
Astrantia minor - kleine Sterndolde Pulsatilla vernalis - Pelz Anemone

Kalkschutthalde

Nur von Spezialisten besiedelte Hänge, unter Felswänden. Sieht von weitem völlig unbewachsen aus. In der Nähe viele teils auffällig gefärbte Blüten. Besonders auf Feinschutt auch seltene Pflanzen.
Ökologie:
Wichtigster Faktor ist die ständige Bewegung der Steinbrocken, ganz besonders im Frühjahr, wenn bei der Schneeschmelze der Unterboden mit Wasser gesättigt ist. Pflanzen müssen leicht regenerieren, Dehnung der Wurzeln ertragen, Verletzungen der Blätter überleben können.
Verbreitung:
In verschiedenen Ausbildungen in den ganzen Alpen vom Talgrund bis unter die Gipfel über Kalkunterlage verbreitet.
Im Alpengarten:
Künstlich angelegt mit verschieden grobem Schutt. Alljährliche Pflege ist notwendig, weil der bewegliche Schutt unter der Felswand fehlt.
Nutzung:
Nur von Wild beweidet. An verkehrsmässig günstigen Stellen können Schutthalden für den Abbau von Kies genutzt werden.
Wichtige Arten deutsch:
rundblättriges Täschelkraut, Schwarze Schafgarbe, Schildampfer, grossblumige Gemswurz, Alpen-Löwenmaul.
Wichtige Arten wissenschaftlich:
Thlaspi repens, Achillea atrata, Rumex scutatus, Doronicum grandiflorum, Linaria alpina, Ranunculus glacialis.

Kalkschutthalde Linaria alpina  Kalkschutthalde Ranunculus glacialis
Linaria alpina - Alpen Leinkraut Ranunculus glacialis - Gletscher Hahnefuss

Kalkfels

Sieht aus Distanz sehr vegetationsfeindlich aus. Von nah viele kleine, unscheinbare Pflänzchen mit den Wurzeln in feinen Ritzen und Spalten, an diesen Standort ausgezeichnet angepasst. Z.T. auffällige Blüten.
Ökologie:
Sehr wenig Feinerde, geringe Wasservorräte, wenig Stickstoff und Phosphor sind in den Felsritzen verfügbar. Pflanzen dem Wind und der Sonnenstrahlung sehr ausgesetzt, Wurzeln jedoch in Spalten vor Verdunstung geschützt.
Verbreitung:
In den Kalkalpen verbreitet, aber von Gipfel zu Gipfel unterschiedlich im Artenreichtum.
Im Alpengarten:
Der Fels ist typisch für die Gegend.
Wichtige Arten deutsch:
Flühblume, Felsenblume, Alpen-Leberbalsam, Schweizer Mannsschild, Mauerraute, echte Edelraute, Aurikel.
Wichtige Arten wissenschaftlich:
Erinus alpinus, Draba tomentosa, Gentiana clusii, Androsace helvetica, Asplenium ruta-muraria, Artemisia umbelliformis, Primula auricula.

Kalkfels Gentiana clusii Kalkfels Primula auricula
Gentiana clusii - Clusius Enzian Primula auricula - Aurikel

Zwergstrauchheiden

Kleine Sträuchlein von etwa 30 cm, im Bereich der Waldgrenze. Je nach Gestein verschiedene Arten, mit vielen oder wenigen Blumen, stellenweise, zur rechten Zeit, mit vielen Heidelbeeren.
Ökologie:
Abhängig vom Gestein. Auf Kalk mit dünner Bodenschicht an Trockenheit angepasste Zwergsträuchlein, die aber die Gunst des Spalierklimas nutzen. Auf kalkarmem und kalkfreiem Gestein meist mächtigere Bodenprofile mit besserer Wasserversorgung, ebenfalls mit Zwergsträuchern, aber anderen Arten.
Verbreitung:
Im Bereich der Waldgrenze mit und ohne Waldbäume darüber in den ganzen Schweizer Alpen verbreitet, je nach Gestein in verschiedenen Ausbildungen.
Im Alpengarten:
Kleine Flächen verschiedener Zwergstrauchheiden sind von Natur aus vorhanden.
Nutzung:
Früchte und Knospen werden gern gefressen von Birk-, Ur- und Schneehühnern. Heidelbeeren werden auch von Menschen gern gesammelt.
Wichtige Arten deutsch:
Alpenrose, Heidel-, Preisel-, Moorbeere, Krähenbeere, AlpenlattichSchneeheide, Buchs-Kreuzblume, beide Sonnenröschen, bewimperte Alpenrose, Silberwurz.
Wichtige Arten wissenschaftlich:
Rhododendron ferrugineum, Vaccinium myrtillus, V. vitis-idaea, V. uliginosum, Empetrum hermaphroditum, Homogyne alpina, Erica carnea, Polygala chamaebuxus, Helianthemum nummularium spp. grandiflorum, H. alpestre, Rhododendron hirsutum, Dryas octopetala.

Zwergstrauchh. Rhododendron hirsutum Zwergstrauchheide Dryas octopetala
Rhododendron hisutum -   Bewimperte Alpenrose Dryas ocotopetala - Silberwurz

Grünerlengebüsch

Bis etwa 3 m hohe Grünerlengebüsche bilden dichtes Blätterdach. Darunter verschiedene Hochstauden, teilweise reichlich blühend. Im Alpengarten wurden die Sträucher und die Stauden vor 70 Jahren angepflanzt.
Ökologie:
Nordexponierte Steilhänge unter Felsen und Lawinenrunsen werden besiedelt von diesem Gebüsch. Zwischen den Erlen wachsen viele Hochstauden, die vom durch die Strahlenpilze an den Erlenwurzeln fixierten Stickstoff profitieren.
Verbreitung:
In den feuchteren Bereichen der Alpen verbreitet.
Im Alpengarten:
Die Grünerlen und die Hochstauden wurden angepflanzt.
Nutzung:
Brennholz, Einstand für Wild.
Wichtige Arten deutsch:
Grünerle, gelber Eisenhut, rispiger Eisenhut, grossblättrige Schafgarbe, Alpen-Drüsengriffel, Alpen-Milchlattich, Alpen-Waldfarn, gewöhnlicher Wurmfarn.
Wichtige Arten wissenschaftlich:
Alnus viridis, Aconitum vulparia, A. paniculatum, Achillea macrophylla, Adenostyles alliariae, Cicerbita alpina, Athyrium alpestre, Dryopteris filix-mas.

Grünerlengebüsch Alnus viridis Grünerlengebüsch Cicerbita alpina
Alnus viridis - Grünerle Cicerbita alpina - Alpen Milchlattich

Hochstaudenflur

Die gleichen Stauden, die unter Grünerlen gut wachsen, gedeihen auch allein in Muldenlagen. Schnee bleibt dort längere Zeit liegen, darauf sammelt sich Staub und liefert den Dünger für die wüchsigen Pflanzen.
Ökologie:
In Mulden, an Lawinenhängen, in Runsen, wo Nährstoff- und Wasserversorgung sehr gut sind.
Verbreitung:
Besonders in den feuchteren Teilen der Alpen verbreitet. Sehr ähnliche Artenkombinationen findet man unter den Grünerlen, unter Buchen-, Tannen- und Fichtenwäldern.
Im Alpengarten:
Milchkrautweide wurde mit Hochstauden angepflanzt.
Wichtige Arten deutsch:
Rittersporn, verschiedene Eisenhutarten, Alpen-Drüsengriffel, Riesen-Bergscharte zweiblütiges Veilchen, Hain-Sternmiere.
Wichtige Arten wissenschaftlich:
Delphinium elatum, Aconitum vulparia, A. napellus, Adenostyles alliariae, Stemmacantha rhapontica, Viola biflora, Stellaria nemorum, Eryngium alpinum.

Hochstaudenflur Delphinium elatum Hochstauden Blaudistel
Delphinium elatum - Hoher Rittersporn Eryngium alpinum - Blaudistel

Lägerflur

Um die Alphütten oder wo Vieh längere Zeit zum Wiederkauen liegt, wird der Boden mit Stickstoff überdüngt. Üppige, hochwüchsige Stauden, meist mit unscheinbaren, grünlichen Blüten.
Ökologie:
Besonders mit Stickstoff überdüngte Stellen, wo das Vieh lagert und wiederkaut oder unter den Ausläufen aus den Alpställen.
Verbreitung:
Überall, wo das Vieh hinkommt, in Muldenlage, wo es bei Wind lagert, auf Kuppen, wo es sich bei heissem Wetter aufhält.
Im Alpengarten:
Das Läger wird jedes Jahr mit Stallmist gedüngt.
Nutzung:
Früher als Schweinefutter verwendet, auch etwa im Frühling als Gemüse. Heute kaum mehr genutzt. Hält sich über viele Jahre, solange der Dünger nicht ausgewaschen ist. Im Schweizerischen Nationalpark gibt es noch alte Läger, trotzdem sie seit 1917 nie mehr von Vieh beweidet wurden.
Wichtige Arten deutsch:
Alpen-Ampfer, Guter Heinrich, blauer Eisenhut, röhriger Gelbstern, mittlerer Lerchensporn.
Wichtige Arten wissenschaftlich:
Rumex alpinus, Chenopodium bonus-henricus, Aconitum napellus, Gagea fistulosa, Corydalis intermedia.

Läger Rumex alpinus Läger Chenopodium bonus henricus
Rumex alpinus - Alpen Ampfer Chenopodium bonus henricus - Guter Heinrich

Heilpflanzen

Viele Pflanzen werden als Heilmittel oder als Teekraut verwendet. Auch stark giftige sind darunter, nur auf Anweisung des Arztes in richtiger Dosierung einzusetzen.
Ökologie:
Da hier die Pflanzen nach der menschlichen Verwendung ausgesucht wurden, findet man Arten mit sehr unterschiedlichen ökologischen Ansprüchen.
Verbreitung:
In fast allen Pflanzengesellschaften, in fast allen Regionen kommen Heilpflanzen vor.
Im Alpengarten:
Diese Abteilung wurde künstlich angelegt.
Wichtige Arten deutsch:
Arnika, Gelber Enzian, Frauenmantel, Silbermantel, schwarze Edelraute.
Wichtige Arten wissenschaftlich:
Arnica montana, Gentiana lutea, Alchemilla vulgaris, A. conjuncta, Artemisia genipi, Aconitum napellus.

 Heilpflanzen Aconitum napellus  Heilpflanzen Gentiana lutea
 Aconitum napellus - Blauer Eisenhut  Gentiana lutea - Gelber Enzian

Urgesteinsfeld

Auf der Schynigen Platte gibt es keine kalkfreie Gesteine, wie sie in den Zentralalpen verbreitet sind. Vor 70 Jahren hat man Granit und Gneis sowie Sand und Boden aus dem Haslital hergeholt. Hier kann man jetzt jene Pflanzen bewundern, die im Wallis, im Gotthardgebiet, im Engadin anzutreffen sind, in den Berner Alpen jedoch fehlen oder selten sind.
Ökologie:
Alle hier vorhandenen Arten wachsen auf kalkfreiem Boden gut. Im übrigen gibt es viele verschiedene Pflanzengesellschaften, die aber leider auf der künstlich angelegten Fläche nicht ganz in der natürlichen Zusammensetzung anzutreffen sind.
Verbreitung:
In den Zentralalpen auf Granit und Gneis verbreitet, aber auch in den Kalkalpen über kalkarmen oder –freien Gesteinen (Hohgantsandstein, Eisensandstein, Gault usw.)
Im Alpengarten:
Das ganze Feld wurde künstlich angelegt, mit Granit und Gneis aus dem Haslital.
Nutzung:
Je nach Pflanzengesellschaft sehr unterschiedlich. Magere Weiden, aber auch ungenutzte Bestände.
Wichtige Arten deutsch:
Schweizer Weide, Alpenrose, Alpen-Mannsschild, Goldprimel, Polster-Leinkraut, rote Felsenprimel, Einköpfiges Greiskraut, Graues Greiskraut, Himmelsherold, Gletscher-Edelraute.
Wichtige Arten wissenschaftlich:
Salix helvetica, Rhododendron ferrugineum, Androsace alpina, Androsace vitaliana, Silene excapa, Primula hirsuta, Senecio halleri, S. incana, Eritrichium nanum, Sempervivum wulfenii, Artemisia glacialis.

Urgesteinsfeld Androsace vitaliana Urgesteinsfeld Sempervivum wulfenii
Androsace vitaliana - Goldprimel Semperivimum wulfenii - Wulfens Hauswurz

Schneetälchen

Besondere Bedingungen herrschen an Stellen, wo der Schnee im Frühling lang liegen bleibt. Apere Zeit in manchen Jahren weniger als 8 Wochen, kann ausnahmsweise auch ganz ausbleiben! Pflanzen müssen sehr schnell blühen und fruchten. Alle bleiben sehr niedrig.
Ökologie:
Über Silikat andere Ausbildung als über Kalk. Wasser- und Nährstoffversorgung wären sehr gut, aber die Vegetationszeit ist zu kurz für ein üppigeres Wachstum.
Verbreitung:
In der oberen alpinen Stufe in Mulden, an Stellen, wo sich Wächten bilden, wo sich Lawinenschnee sammelt.
Im Alpengarten:
Die Schneetälchenarten wurden gepflanzt an jener Stelle im Garten, wo der Schnee am längsten liegen bleibt.
Wichtige Arten deutsch:
Kalk: blaue Gänsekresse, Schnee-Ampfer
Silikat: Kraut-Weide, Gelbling, Fünffinger-Taumantel, kleine Soldanelle.
Wichtige Arten wissenschaftlich:
Kalk: Arabis caerulea, Rumex nivalis, Soldanella alpina, Saxifraga stellaris
Silikat: Salix herbacea, Sibbaldia procumbens, Alchemilla pentaphyllea, Soldanella pusilla.

Schneetälchen Saxifraga stellaris  Schneetälchen Soldanella alpina
Saxifraga stellaris - Sternblütiger Steinbrech Soldanella alpina - Grosse Soldanelle

Alpines Flachmoor

Im Bereich der Waldgrenze bilden sich in abflusslosen Mulden Moore, besonders bei kalkhaltigem Rieselwasser sehr artenreich, auch mit grossen und auffälligen Blumen.
Ökologie:
Hier ist besonders die Qualität des Wassers und die Dauer der Durchnässung des Bodens wichtig, welche Arten wachsen können. Die Bestände mit kalkhaltigem Wasser sind allgemein artenreicher, jene mit kalkfreiem können sehr seltene Arten aufweisen.
Verbreitung:
Durch die ganzen Alpen überall wo Quellaustritte vorkommen oder in Mulden, wo das Wasser nicht abfliesst.Im Alpengarten:Eine Mulde wurde mit Folie abgedichtet, damit das Wasser nicht abfliesst. Einige Sumpfarten können sich halten, andere müssen angepflanzt werden.
Nutzung:
Üppigere Ausbildungen werden beweidet, das Futter ist allerdings nicht sehr bekömmlich. Die seltenen Arten verschwinden meist bei Beweidung.
Wichtige Arten deutsch:
Kalk: Davall-, Hirsen- und andere Seggenarten, breitblättriges Wollgras, Teufels-Abbiss, Moorenzian, Mehlprimel, Stern-Steinbrech, Sumpf-Dotterblume
Silikat: Schwarze und andere Seggen-Arten, Faden- und andere Binsen, schmalblättriges und Scheuzers Wollgras, Sumpf-Veilchen.
Wichtige Arten wissenschaftlich:
Carex davalliana, C. panicea, Eriophorum latifolium, Succisa pratensis, Swertia perennis, Primula farinosa, Saxifraga stellaris, Caltha palustris
Silikat: Carex nigra und andere Carex-Arten, Juncus filiformis und andere Juncus-Arten, Eriophorum angustifolium und E. scheuchzeri, Viola palustris.

Alpines Flachmoor Caltha palustris Alpines Flachmoor Menyanthes trifoliata
Caltha palustris - Sumpfdotterblume Menyanthes trifoliata - Fieberklee